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Ort
Unser täglicher Treffpunkt ist ein Waldstück (von ca. 2 ha) am Ortsrand von Heine (bei Wulsbüttel). Es ist ein schöner Wald, der hauptsächlich aus Buchen und anderen großen Laubbäumen besteht. Die weitere Umgebung mit Wanderwegen, Bach, Feldern, Wiesen und Wäldern wird für tägliche Ausflüge und Erkundungstouren mit einbezogen. Als Sturmhütte steht uns das Haus der Freiwilligen Feuerwehr Heine zur Verfügung.
Betreuung und Gruppenstärke
Die Betreuung wird von zwei ausgebildeten Erzieherinnen mit jeweils ca. 25 Wochenstunden (mit Vor- und Nachbereitungszeit) gewährleistet. Praktikanten können zusätzlich beschäftigt werden.
Die Eltern nehmen gelegentlich aktiv am Gruppenalltag teil, z.B. bei Festen, größeren Ausflügen, Vermitteln von handwerklichen Techniken.
Die Betreuungszeit beginnt um 8:30 Uhr und endet um 12:30 Uhr. Davor und danach gilt eine jeweils halbstündige Hol- und Bringezeit. Die Gruppenstärke soll 12-15 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren sein.
Kleidungs- und Sachausstattung
Die Kinder tragen der Witterung entsprechende Kleidung und führen in ihrem Rucksack folgende Sachen mit:
- Getränk in bruchsicherem Gefäß
- Frühstück in wiederverwendbarem Behälter
- Ersatzklamotten (werden im Bauwagen gelagert)
Ein Mobiltelefon und ein Erste-Hilfe-Kasten werden ständig mitgeführt. Für Notfälle steht ein PKW stets am Treffpunkt bereit.
Ein beispielhafter Tagesablauf
Die Kinder werden morgens über den "Schoolpad" (alter Schulweg) eine kleine Baumallee mit wildwachsenden Blumen und Sträuchern zu unserem Treffpunkt gebracht. Hier versammeln wir uns, bis alle angekommen sind. Es werden Sachen verstaut, organisatorische Dinge geregelt und die ersten Kinder spielen in der näheren Umgebung.
Nun beginnt der Morgenkreis mit einem Begrüßungslied und wir lauschen in den Wald, wie er uns willkommen heißt. Danach haben die Kinder die Möglichkeit, Erlebnisse, Träume und Wünsche der Gruppe mitzuteilen. Nun besprechen wir, wie wir den Tag gestalten wollen und nehmen eingegangene Wünsche und Bedürfnisse mit auf.
Je nach Situation und Vorhaben werden wir z.B. zur nahegelegenen Aue wandern, dort dem Freispiel nachgehen und unseren Frühstücksplatz einrichten. Das Frühstück wird gemeinsam eingenommen. Vorher waschen sich alle die Hände. Nach dem Frühstück beginnt die zweite Phase des Freispiels. Um ca. 11:30 Uhr werden wir uns langsam auf den Heimweg machen. Immer wieder gibt es dabei Neues zu entdecken. Wir singen Lieder, gehen zu Reimen im Schritt oder spielen Müllabfuhr auf unserem Weg.
An manchen Tagen bleiben wir im Buchenwald. Die Erzieherinnen haben so die Möglichkeit, den Kindern handwerkliche oder künstlerische Tätigkeiten anzubieten. Wie bei der Wanderung stehen das spielerische Kennenlernen der Natur, Singen, Märchen erzählen, Laubhütten bauen, Klettern, Spiele zum Austoben und ähnliches im Vordergrund. Den Kindergartenmorgen beenden wir mit einem Abschlusskreis. Die Kinder werden stets am Treffpunkt wieder abgeholt.

Pädagogische Ziele

"Ich schütze, was ich liebe"
Kinder, die eine emotionale Beziehung zur Natur und eine offene Verbindung zu allen Wesen der Natur entwickeln, werden auch als Erwachsene eher bereit sein, mit der Natur liebevoll und achtsam umzugehen. Ein wichtiges Anliegen ist es, den Kindern die Liebe zur Natur über gefühlsmäßige und sinn­liche Erfahrungen, die Erweiterung ihrer Kenntnisse von Tieren und Pflanzen sowie durch Erleben ihres Körpers in der Natur zu wecken und zu fördern. Indem diese Erfahrungen ganzheitlich auf Seele, Geist und Körper wirken, und die Kinder zudem ihre Grenzen kennen und Ängste überwinden lernen, wird die Ausbildung des „Selbst-Bewusstseins“ gefördert und ein ganzheitlicher Ein­druck von unserer Welt vermittelt. Durch das unmittelbare Erleben der Jahreszeiten lassen sich der Wandel, der allem innewohnt, sowie Kreisläufe begreifen und miterleben. Im Spiel mit und in der Natur kommen die Kinder immer wieder mit Tieren und Pflanzen in Berührung, findet jedes seinen eigenen Zugang dazu und kann so Nähe und Verbundenheit zu anderen Lebewesen entwickeln. Solche Erlebnisse im Kindesalter sind die beste Grundlage für ein auch in späte­ren Jahren noch tiefes Verständnis für die Umwelt und den Respekt vor jedem Lebewesen. Insofern versteht sich eine ganzheitliche, liebevolle Natur­pädagogik auch als wesentliches Element für den Aufbau achtsamer zwischen­menschlicher Beziehungen.
Sinnesleben
Durch die räumlichen und strukturellen Besonderheiten einer naturnahen Land­schaft und die regelmäßig wiederkehrenden Jahreszeiten ergeben sich natürli­cherweise vielfältige Sinnesanregungen. Die Stille der Natur, macht wieder aufmerksam für die kleinen elementaren Sinneseindrücke, führt weg von der Reizüberflutung des Alltags und schult dadurch die Sinne: Hören, Riechen, Sehen, Tasten, Gleichgewichts- und Raumlagesinn gewinnen an Bedeutung: Ein unebener nicht aufgeräumter Boden stellt hohe Anforderungen an den Gleichgewichtssinn der Kinder. Wenn sie anfangs noch über jedes Stöck­chen stolpern, so üben sie sich zunehmend an diesen Hindernissen und überwinden sie mit immer größerer Selbstverständlichkeit. An diesen Herausforderungen wachsen die Kinder in ihrem Selbstbewusstsein (z.B. durch einen Bach waten, balancieren auf Stämmen und Steinen ...). In der Natur finden die Kinder die unterschiedlichsten Materialien: Zapfen, Bucheckern, Moos, Rinde, Steine, Lehm ... . Hartes und Weiches, Glattes und Raues, Trockenes und Nasses regen die Wahrnehmung durch die Haut an. Die Stille in der Natur lässt die Kinder wieder horchen, lauschen. Wind in den Bäumen, trockenes Laubgeknister, die Stimmen der Vögel mal nah und mal fern - das sind andere Geräusche als in einem Zimmer im Kindergarten. Die Kinder haben in der Natur die Möglichkeit, viele kleine Tiere zu sehen und Pflanzen in Ruhe zu betrachten. Sie beschäftigen sich sehr lange und intensiv mit diesen Lebewesen, verlieren so eventuell vorhandene Scheu. Ebenso wie sich Farben und Formen im Laufe des Jahres draußen verändern, treten auch verschiedenerlei Gerüche auf, denen die Kinder gern nachgehen: was duftet hier so intensiv, wo steht denn die stinkende Morchel? In besonderer Weise fördert der Naturkindergarten den Orientierungssinn. Die Kinder lernen zwangsläufig, sich Geländemarken einzuprägen und über­blicken nach geraumer Zeit „ihr“ Gelände mit seinen örtlichen Besonder­heiten. Diese Übung kann ihnen im doppelten Sinn helfen, sich besser zurechtzufinden in der Welt, in der sie später leben werden. Die Anregungen in der Natur sind im Gegensatz zu künstlich arrangierten Erfahrungen von besonderer Qualität: die Kinder lernen durch die Anforde­rungen, die die natürliche Umgebung an sie stellt. Die Jahreszeiten werden in ihrem Wechsel bewusster wahrgenommen. Sonne, Wind, Regen und Schnee spüren, weckt die Lebendigkeit, fordert die Kinder heraus, darauf zu reagieren. Unerwartete herausfordernde Situationen fördern Flexibilität und Mut.
Körperliche Entwicklung der Kinder
Abhärtung: Durch das tägliche Erleben der Jahreszeiten passt sich der Orga­nismus allmählich den Witterungsbedingungen an und wird weniger anfällig gegenüber Hitze, Kälte, Wind und Nässe. Das Immunsystem wird gestärkt, die Abwehr von Krankheiten aus eigener Kraft wird gefördert. Die Ansteckungsgefahr ist geringer als in geschlossenen Räumen, weil frische Luft keimärmer ist. Skelettmuskulatur/Innenorgane: Der Bewegungsapparat wird durch viel Bewegung gekräftigt. Die Gefahr von Haltungsschäden, z. B. durch häufiges Stillsitzen und eingeschränkte Bewegungsfreiheit, wird verringert. Die Organentwicklung, z. B. von Herz und Lunge, wird gefördert. Fein- und Grobmotorik: Der dauernde Wechsel von Toben, Klettern, Ren­nen, Rutschen, usw. fordert den Körper in vielfältiger Weise und fördert Ausdauer, Geschick, Kraft und Schnellig­keit. Das Basteln mit Naturmaterialien, der Umgang mit Werkzeug und kleinen Pflanzen bzw. Tieren schult die Feinmotorik.
Geistig-seelische Gesundheit
Fantasie und Kreativität: Sie werden im Spiel mit Materialien aus der Natur gefördert. Durch die einfachen, leicht zu bearbeitenden Stoffe bekommen die Kinder ein gesundes Gefühl für ihre eigenen Fertigkeiten. Neugier und der Drang auszuprobieren werden geweckt, weil vorgefertigtes Spielzeug fehlt. Dem verbreiteten lähmenden Überfluss an Spielsachen wirkt die Natur entgegen, indem nur das zum Spielzeug wird, was die Kinder gerade brauchen. Aus jedem Ast lässt sich ein Spielzeug neu schaffen. Der Sinn für Ordnung wird auf das Wesentliche gerichtet, z. B. den eigenen Müll wieder mitzunehmen. Dabei wird den Kindern viel Zeit für das Freispiel gelassen, um ihrer Kreativität und Fantasie Raum zu geben. Gemüt: Natur wird als vertraut und nah erlebt. Viele kleine unvorhergese­hene Erlebnisse lassen die Kinder mit freudiger Erwartung, und Aufmerksamkeit durch den Tag gehen.. Als besondere Erfahrung bietet die Natur die Stille, d.h. das weit gehende Fehlen von stressverursachendem Lärm. In Momenten der Stille und Besinnung können Kinder zu sich kommen. Dies zu können, ist für die Gesundheit eines jeden Menschen unabdingbar. Umweltwissen: Kinder fragen viel und wollen Antworten erhalten. In der Natur werden immer wieder neue Fragen aufgeworfen zu Geschehnissen, Pflanzen, Tieren und anderen Wesen. Es kommt dem Naturkindergarten nicht darauf an, dass die Kinder möglichst viele Namen von Pflanzen und Tieren nennen können, sondern dass sie auf Zusammenhänge aufmerksam werden. Außerdem sollen sie über gemeinsames Herausfinden der Lebens­bedingungen von Pflanzen und Tieren die Neugier für weiteres Erforschen entwickeln. Ziel dieser Wissensvermittlung ist die Kenntnis darum, dass alle Wesen dieser Erde miteinander in Verbindung stehen, dass wir gleichsam alle in einem großen Netz eingeflochten sind. Selbstbewusstsein: Kinder können mehr Selbstvertrauen entwickeln, wenn sie ihre Fähigkeiten z. B. im Klettern, Balancieren, Überwinden von Hindernis­sen erproben dürfen. Höhe, Weite und Tiefe können sie erleben. Sie lernen Gefahren einzuschätzen und zu bewältigen oder zu meiden. „Fallen lernt man nur durch Fallen“. Sozialverhalten: Die beruhigende Atmosphäre in der Natur mindert das Aggressionsverhalten. Die Weite und Grenzenlosigkeit verringert sozialen Stress und ermöglicht, einander auszuweichen. Konflikte können in einer ruhigeren Umgebung ausgetragen werden. Sich als Bestandteil einer Gruppe Gleichgesinnter zu fühlen vermittelt Geborgenheit. In altersge­mischten Gruppen können Jüngere von Älteren lernen. Ältere können Verantwortungsbewusstsein gegenüber Jüngeren entwickeln. Ungewohntes kann gemeinsam bewältigt werden, Hilfsbereitschaft wird selbstverständli­cher ebenso wie der Austausch im Gespräch. Der Spielraum Natur regt besonders zum Rollenspiel an. Dabei lernen Kinder, selbst Spielregeln zu entwerfen und untereinander abzustimmen.
Risiken
Trotz der - im Vergleich zu Regelkindergärten - geringeren Unfallhäufigkeit (!) müssen besondere Vorsorgen getroffen werden. Mindestens zwei Erwachsene, i. d. R. eine ErzieherIn und die Zusatzkraft gewährleisten die Aufsicht. Ersatzkräfte können sie bei Krankheit vertreten. Das Mobiltelefon ermöglicht rechtzeitige Abmeldungen und sichert das Herbeiholen von Hilfe bei Unfällen. Beim Durchstreifen von Wäldern, Hecken oder hohem Gras können die Kinder von Zecken befallen werden, die Überträger einer Bakterieninfektion, der Borreliose, sind. Die Eltern müssen daher die Kinder regelmäßig auf Zeckenbefall und insbesondere auf ringförmige Hautrötungen (Erythema migrans) kontrollieren. Durch Antibiotikabehandlung ist dann die Borelliose wirksam bekämpfbar. Der Gefahr des Befalls durch den Fuchsbandwurm (Eier auf Beeren und Pilzen) ist durch Händewaschen vor den Mahlzeiten zu begegnen. Es wird eine jährliche Blutuntersuchung auf beides empfohlen.
Anforderungen an die Erziehenden
- Wertschätzung, Freude, Vertrauen in die Fähigkeiten der Kinder
- Flexibilität, Lernbereitschaft, auch in Form von Fortbildungen
- Liebe zur Natur, Naturverbundenheit
- große Achtsamkeit, damit wirklich gefährliche Situationen oder ein Zer­splittern der Gruppe im Gelände vermieden werde
- Wetterfestigkeit
Aufnahme der Kinder
Kind und Eltern hospitieren im Wald und die Leiterin führt ein Gespräch mit den Eltern. Voraussetzung für die Aufnahme ist die Mitgliedschaft eines Elternteils im Verein. Der Kindergartenbeitrag richtet sich nach den aktuellen Sätzen. Es ist uns wichtig, ein ausgeglichenes Alters- und Mädchen/Jungenverhältnis zu haben.

Elternarbeit

Aufnahmegespräch
Das Aufnahme- oder Kennenlerngespräch kann Zuhause stattfinden. Es dient dazu, die Familiensituation, die häusliche Umgebung, Gewohnheiten, Vorlieben, Ängste des Kindes kennen zu lernen.
Elternabende
EElternabende finden 2-3 mal im Jahr statt. Veranstaltungsorte können in Absprache mit den Eltern in der Natur, im Bauwagen, in der Notunterkunft oder auch im häuslichen Umfeld gefunden werden. Auch auf die inhaltliche Gestaltung können Eltern Einfluss nehmen, z. B. ob Informationsveranstaltungen durch Förster, Biologen, Mediziner oder die Erarbeitung pädagogischer Themen geplant werden sollen. Dies können Begehungen, Vorträge, Gesprächsrunden, Planung von Festen, Zusammenkünfte mit Sinnesübungen, Lieder, Spielen, handwerkliche künstlerischen Aktivitäten rund um die Natur sein.
Einzelgespräche
Die ErzieherInnen stehen am Beginn und Ende jedes Kindergartentages zu Kurz­gesprächen zur Verfügung. Darüber hinaus werden Einzelgespräche an geson­derten Elternsprechtagen und nach Vereinbarung angeboten.
Hospitationen
Zum Kennenlernen des gesamten Tagesablaufes im Naturkindergarten können Eltern nach Vereinbarung hospitieren.
Elternaktivitäten
Anfallende handwerkliche Arbeiten z. B. am Bauwagen müssen in Arbeitseinsätzen erfolgen. Bei der Planung und Durchführung von Ausflügen, Festlichkeiten und anderen besonderen Veranstaltungen der Kindergarten­gruppe müssen die Eltern bereit sein, mitzuwirken. Auch bei Veranstaltungen zur Öffentlichkeitsarbeit (z. B. Informationsstände, Herstellung und Verbreitung von Informationsbroschüren), Spendenaktionen u. ä. ist die Mitwirkung der Eltern erforderlich.


Waldtelefon: 0151 / 555 49093

Freie Dorfschule e.V.
Waldkindergarten Fuchs und Hase
c/o Arnd Hannken-Illjes
Heiner Straße 1
27628 Wulsbüttel-Heine

www.fuchs-hase.de
Vorstand:
Manuela Schönau-Jahn (04746/726337)
Oliver Berges (04746/726128)
Arnd Hannken-Illjes (04795/1667)
Dr. Ina Gröngröft (0163/7736450)

Betreuerinnen:
Helga Stienecke (04747/8954)
Tanja Büsing (0421/6095520)
Sandra Hannken-Illjes (04795/955755)